Kopf in den Sand oder jetzt erst recht? Wie du das Gute in der Krise entdecken und für Neues nutzen kannst.

„Ich will, dass es wieder so ist, wie es war!“ Kennst du diesen Gedanken? Doch nach was genau sehnen wir uns eigentlich? Soll es nach der Krise genauso weiterlaufen wie vorher? Vielleicht lohnt der Blick darauf, was genau es ist, was wir ersehen und was du für dich aus dieser Zeit mitnehmen kannst, um auch Dinge in und nach dieser Zeit anders zu machen.

Was also ist es, was wir ersehnen? Es ist vielleicht in erster Linie das Gefühl, die Wahl zu haben, wie, wohin und mit wem ich mich in dieser Welt bewege. Sicher ist da auch der Wunsch und für viele auch die existenzielle Notwendigkeit, so weiterarbeiten zu können wie bisher. Einsamkeitsgefühle machen sich breit im Homeoffice. Die Sehnsucht nach echtem Kontakt und beiläufigem Austausch an der Kaffeebar melden sich immer stärker. Ganz zu schweigen von der Lust nach Leben, Feiern und Lachen. Diese Erlebnisqualität kommt gerade nicht wirklich zu ihrem Recht. Eher ist es eine Zeit der Sorgen und eine Zeit der Nöte und des Leids für am Virus oder psychisch Erkrankte, ihre Angehörigen und Pflegende. Das alles umtreibt uns.

Die Achtsamkeitspraxis zeigt jedoch: wir halten uns mental fest, wenn wir Altes wie in Schleifen zurückersehnen, Bestehendes ablehnen und einfach nur auf bessere Zeiten warten. In dem Moment geben wir Verantwortung ab und stecken den Kopf in den Sand.

Denn: Jede Krise birgt eine Chance. Ohne Krisen entwickelt sich der Mensch nicht weiter. Vorausgesetzt, er findet Mittel und Wege, sie zu bewältigen. Das befand auch der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker Erik H. Erikson in seiner integrativen Entwicklungstheorie vom „Lebenszyklus“.

Mit folgender Methode kannst Du einen Anfang machen, in die Energie deiner Selbstwirksamkeit zu kommen: Nimm Dir sieben Minuten Zeit. Am besten gleich morgens nach dem Aufstehen. Nimm Dir einen Stift und einen Zettel. Schreibe was Dir in den Sinn kommt. Ohne den Stift abzusetzen. Diese Fragen können Dich dabei leiten: Was ist auch das Schöne für mich persönlich in dieser Zeit? Was habe ich für mich entdeckt oder gelernt?

Spass macht es auch im Loop mit einer Freundin oder einem Freund: Ihr stellt Euch einfach immer wieder im Wechsel die beiden genannten Fragen und antwortet spontan, ohne nachzudenken. Das wiederholt Ihr, bis Euch wirklich nichts mehr einfällt.

Was dabei rauskommt, wird dich vielleicht selbst überraschen 😊.

Irene Ossa

Trainerin Mindful Leadership, MBSR und Systemischer Business Coach

Solltest Du gerade Schwierigkeiten haben, dich auf positive Gedanken zu fokussieren, findest Du hier noch einen Blogartikel zum Umgang mit Ängsten und Sorgen. Melde dich gern mit Fragen oder Rückmeldungen.